Sensomotorisches Training

Sensomotorisches Training

Koordinatives Training

Wenn du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern. (Sparky Anderson)

Die einen oder anderen von euch haben es wahrscheinlich schon einmal probiert – koordinatives Training, oftmals auch als sensomotorisches Training bezeichnet. Nur der Begriff ist wahrscheinlich nicht allen geläufig – gemeint ist das Training auf diversen instabilen Unterlagen wie Airex Matten und dergleichen.

Ich möchte euch heute zeigen, warum diese Trainingsform nicht nur für  Spitzensportler oder im Bereich der Therapie und Rehabilitation wichtig ist, sondern auch in der Gesundheitsförderung einen wichtigen Stellenwert haben sollte.

Der Begriff „Sensomotorik“ setzt sich aus den beiden Wörtern „Sensorik“ und „Motorik“ zusammen: Unter „Sensorik“ versteht man die Aufnahme von Informationen und deren Weiterleitung an das zentrale Nervensystem – zu unserem Gehirn und unserem Rückenmark. „Motorik“ ist die Ansteuerung und die daraus folgende Anspannung der Muskulatur. Sensomotorik ist somit das Zusammenspiel zwischen den Muskeln und unserem Nervensystem.

Die Informationen werden einerseits über unsere Sinnesorgane aufgenommen, wie Ohren, Augen oder unser Gleichgewichtsorgan, das sich im Ohr befindet, aber andererseits auch über kleine Rezeptoren, den sogenannten Propriozeptoren, die unter anderem in der Muskulatur, in den Gelenken aber auch in den Faszien lokalisiert sind. Propriozeptives Training, ein Teilaspekt des sensomotorischen Trainings, heißt somit nichts anders, als dass die Aufnahme der Information durch körpereigene Messfühler erfolgt und dies durch das richtige Training verbessert wird.

Sensomotorisches Training ist somit unter anderem ein Training zur Verbesserung der Körperhaltung und zur Ökonomisierung von Bewegungsabläufen. Dies geschieht durch eine Verbesserung der Koordination zwischen unterschiedlichen Muskeln, die bei der Bewegung zusammenarbeiten bzw. auch innerhalb eines einzelnen Muskels, unter Zuhilfenahme zusätzlicher Informationen und Reize. Die zusätzlichen Reize können ganz unterschiedlich sein, wie eine zusätzliche Bewegungsaufgabe (Ball hochwerfen und fangen), eine instabile Unterlage (weiche Matte) oder ein Impuls von außen. Als Folge der zusätzlichen Reize müssen auch zusätzliche Reaktionen der Muskulatur erfolgen, z. B., um das Gleichgewicht zu halten. Die ursprünglichen Anspannungsmuster der Muskulatur bzw. Bewegungsmuster müssen verändert werden. Dadurch kann der Körper wieder lernen, bisher ungenutzte Muskeln bei bestimmten Bewegungen oder Körperhaltungen zu aktivieren.

Mangelnde Balancefähigkeit, Körperwahrnehmung und Gleichgewichtsprobleme sind zunehmend häufiger anzutreffende Defizite. Alltagsbewegungen und Alltagshandlungen können dadurch negativ beeinflusst werden. Die Bewegungsökonomie geht verloren und Gelenke können schon bei geringer Belastung in ihrer Stabilität gestört werden. So verändern z.B. mangelndes Training, orthopädische Probleme, aber auch Stress und Anspannung, das sensomotorische System. Jedoch nur ein gut funktionierendes sensomotorisches System ermöglicht eine optimale Bewegungsausführung und somit einen Schutz der jeweiligen Gelenksysteme.